Grünes Telegramm vom 18. August 2026
Zurück aus der Sommerpause
Der Ratsstart zurück aus der Sommerpause fühlte sich ein bisschen an wie der Schulstart nach den Sommerferien: Grosses Herumwuseln und aufgeregte Gespräche, insbesondere nun, da alle Listen für die Neuwahlen eingereicht und veröffentlicht sind und auch die Kandidaturen für den Stadtrat bekannt sind.
Wir starteten in eine der letzten Sitzungen vor den Gesamterneuerungswahlen mit diversen technischen Problemen. Weder die Mikrofone, noch die elektronische Abstimmungsanlage funktionierten und so mussten wir zu Beginn per Handerheben abstimmen. Für die Stimmenzähler eine mühselige Aufgabe, für mich ein Novum in dieser Legislatur.
Nachdem bereits das erste Traktandum der über vier-seitigen Traktandenliste über eine halbe Stunde dauerte, war spürbar, wie die Verzweiflung beim Blick auf die kommenden Traktanden stieg. Wir behandelten viele Überweisungen von Postulaten und Motionen, mit ebenso vielen Nichtüberweisungsanträgen.
Das besagte erste, kontroverse Traktandum betraf die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für einen gemeindlichen Steuerrabatt, wie dies die SVP per Motion forderte. Für uns klar ein Schritt in die falsche Richtung. Leider war die nötige 2/3 Mehrheit für eine Nichtüberweisung aussichtslos. Einziger Hoffnungsschimmer ist, dass wir im Oktober die Möglichkeit haben, die bestehenden Machtverhältnisse zu ändern.
Immerhin kleine Gewinne gab es bei den Überweisungen: So wurde ein Vorstoss überwiesen, der 1% des Rechnungsüberschusses für partizipative Bevölkerungsprojekte investieren will. Ebenfalls soll die Anschlussqualität im ÖV mit einer Taktverdichtung auf den städtischen Buslinien verbessert werden und der Kiesplatz auf dem Stierenmarktareal wird hoffentlich endlich hitzetauglicher begrünt.
Nach den Überweisungen starteten wir in die eigentlichen politischen Sachgeschäfte mit der Fortsetzung der Beratung zu den Bebauungsplänen der Äusseren Lorzenallmend. Auch hier waren die Mehrheitsverhältnisse leider wieder sehr klar und die bürgerliche Mehrheit erreichte eine aus unserer Sicht massive Verschlechterung der Vorlage. Nachdem in der vorberatenden Kommission auf mehreren Teilgebieten ein erhöhter Wohnanteil auf mindestens 70% erreicht wurde, senkte der Rat diese Anteile wieder auf 50%.
Für uns ist dies eine massive Verschlechterung eines ohnehin umstrittenen Projekts. Mit einem Mindestwohnanteil von 70% auf den besagten Gebieten hätten wir uns gerne abgefunden. Mit massiv tieferen Wohnanteilen ist für uns fraglich, ob das gesamte Projekt insgesamt einen Mehrwert für die Bevölkerung bringen wird. So geht der gesamte Bebauungsplan nun also mit vielen kritischen Stimmen in die zweite Lesung.
Schlussendlich gab es noch ein Traktandum, bei dem sich alle einig waren: Der Ludothek in der Zuger Altstadt wurde der wiederkehrende Beitrag für die Jahre 2027 bis 2030 einstimmig gewährt. Und spät am Abend ging es auch noch um das späte Lebensalter mit einer Kenntnisnahme des Berichts für die Pflege- und Wohninfrastruktur für die ältere Bevölkerung der Stadt Zug.
Zu gutem Schluss stieg nochmals die Mikrofonanlage aus und so konnte die KI-generierte Zusammenfassung der Ratssitzung für die stadträtliche Medienmitteilung leider nicht vervollständigt werden. Nun ja.
Delia Meier